
Unsere Wahrnehmung ist unbegrenzt. Es ist es dem Gehirn möglich, die ganze Welt abzubilden. Theoretisch übersteigt die Speicherkapazität des Gehirns die Anzahl der Atome im Universum (Interaktion von 85 Milliarden Nervenzellen). Alle diese Sinne sind Teil unserer Kommunikation mit anderen Menschen.
Allerdings haben die Sinne des Menschen eine unterschiedliche Qualität. Während der Seh-Sinn (dem Feuer-Element zugeordnet) die Wahrnehmung eher eingrenzt als erweitert, lassen sich das Hören oder das Riechen theoretisch beliebig erweitern.
Hören
Klang ist eine Schwingung, die in Frequenzen berechnet werden kann. Frequenzbereiche können sich beliebig ausdehnen. Sie sind die Verbindung zwischen den ätherischen Schwingungen der Schöpfung und der materialisierten Schwingung der Erde. Entsprechend ausgedehnt ist es also möglich, sowohl das Universum, als auch die Mineralien der Erde zu „hören“. Der Hör-Sinn wird traditionell dem Element Äther zugeordnet. Das Hören gibt dir die göttliche Dimension des Mensch-Seins. Im Hören ist alles enthalten. Du brauchst keine anderen Informationen. Höre, und du wirst erfahren, was die Welt bewegt.
Riechen
Der Geruchssinn erkennt die Substanzen, die von Dingen abgerieben werden und in der Luft schweben. Wer den Geruch zu deuten weiß, kann alle Dingen wahrnehmen, die sich in einem Umkreis befinden. Theoretisch reicht ein einziges Molekül aus, um die Zuordnung zu vollziehen. Lebende Wesen erzeugen zudem ganz spezifische Gerüchte, die ihren Zustand beschreiben. Entsprechend geschult kann man über den Geruch Krankheiten sicher erkennen. Der Geruchssinn ist dem Element Erde zugeordnet. Er gibt uns Stabilität und Struktur. Wir können einander manchmal nicht riechen – trotzdem ist es unsere Aufgabe, den anderen so zu akzeptieren wie er ist. Manchmal verlieben wir uns – in den Geruch des Partners. Dann sind wir bedroht in unserer Souveränität. Unser Aufgabe ist es dann, unseren eigenen Geruch nicht zu vergessen.
Schmecken
Der Geschmack ist ein eingeschränkter Sinn, der dem Wasser-Element zugeordnet ist. Zur Zeit ist nachgewiesen, dass der Mensch in sieben Richtungen schmecken kann. Aller Geschmack ist eine Kombination aus diesen Richtungen. Der Geschmackssinn ist wie unser Instinkt unkontrollierbar. Wir können nur Akzeptieren und durch die Toleranz Handlungsfähig bleiben. Wie schmeckt die Stimme deines Gegenüber? Kannst du dich auf diesen Geschmack einlassen? Nur wenn du deinen eigenen Geschmack kennst, wird dies möglich sein. Ohne eigenen Geschmack wirst du zu einen Subjekt – einem Abbild des anderen. Wofür lebst du? Wofür bist du bereit, zu sterben? Dies ist eine Frage des Geschmacks, die über die Größe deines Lebens entscheidet.
Tasten
Unser Tastsinn ist dem Element Luft zugeordnet. Dieses Element hat großen Einfluss auf unsere Intuition. Intuitiv ertasten wir unseren Weg. Das Luft-Element kontrolliert den Bereich des Herzchakras, mit dem wir uns mit anderen Menschen vereinigen oder trennen können. Wenn du den anderen fühlst, dann fühlst du dich selbst. Seine Berührung ist deine Erwiderung. Du kannst dich loslassen in dieser Verschmelzung – so wie die Atemluft miteinander vermischt. Erst durch die Berührung weißt du, dass du lebst.
Sehen
Als erstes sehen wir den anderen. Wenn wir ihn in unseren Blick-Fokus nehmen, werden wir ihn gleichzeitig bewerten. Er verschwindet in einer der Schubladen des eigenen Geistes.
Es ist möglich, ohne Bewertung zu sehen wenn wir unsere Blick erweitern und nicht fokussieren. Dies kann geübt werden. Pflanzenfresser haben normalerweise keine Pupille wie Fleischfresser, die sich auf ein Objekt fokussieren. Wenn wird sehen ohne zu bewerten, wird lediglich Herzenergie durch die Augen übertragen. Dies ist eine Technik, die uns davor bewahrt, in die mentale Falle der Ablehnung zu geraten.
Alle Sinne zusammengenommen erzeugen den Raum der Empfindsamkeit – in der yogischen Heilkunst Sat Nam Rasayan wird dies als Sensitiver Raum bezeichnet. Er ist die Vorstufe zum Heiligen Raum, in dem der meditative kontemplative Geist Heilung ermöglicht. Im Heiligen Raum entsteht die Schöpfung. Wenn du hier eintrittst, wirst du zu einem schöpferischen Wesen.
Die Wahrnehmung ist der Schlüssel zu Erfüllung. Die Selbstwahrnehmung ermöglicht es, diese Erfüllung zusammen mit anderen Menschen zu entwickeln. Dieses gemeinsame Wahrnehmen, diese Kollektive Bewusstheit, formt ein Cluster, ein Gruppenbewusstsein, das Realitätsmuster in die Welt einpflanzt.
