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Die große Destabilisierung

Der Wirtschafts-Publizist Henrik Müller beschreibt die gegenwärtige Lage der Welt als eine Zeit der „Großen Destabilisierung “.

Diese Unsicherheit ist psychisch wahrnehmbar, sie durchdringt jedes einzelne Individuum. Von hier aus pflanzt sie sich in Konflikten aller Art fort. Dies betrifft diejenigen, die uns nahe stehen und es betrifft Regionen, Länder und Religionen. Wer in den Ländern lebt, die noch nicht von Krieg betroffen sind, versucht sich, mit einer strikten Ausrichtung auf materiellen Wohlstand abzusichern.

 

Staaten, Nationen und Kulturen haben ihre Bindungskräfte verloren. An ihre Stelle treten Netzwerke, die auf Vereinbarungen und Vertrauen beruhen. Diese Netzwerke benötigen einen Typus, der frei ist, von falschen Zwängen und Abhängigkeiten, sowohl von innen, als auch von außen. Das Thema Sicherheit kann zu einem Fallstrick werden, wenn man versucht, die eigene Unsicherheit durch Aktivitäten im Außen zu kompensieren. Es ist richtig, dass es große Probleme in der Welt gibt, die sich auch in individuelle Schwierigkeiten spiegeln. Es nützt allerdings wenig, darauf nur zu reagieren. Solange die eigene innere Einstellung von Ereignissen geprägt wird, die außerhalb von einem selber passieren, kann das eigene Handeln zu keinen Veränderungen führen.

Richtiger wäre es, sich selber in einen Zustand zu versetzen, der das eigene Ziel optimal in Szene setzen kann. Erst, wenn das erreicht ist, macht es Sinn, nach Außen zu treten. Yoga und Meditation helfen dabei, die eigenen Ziele zu erkennen und die eigenen Möglichkeiten mit diesen Zielen zu synchronisieren. Das menschliche Bewusstsein ist individuell. Es entwickelt sich in jedem einzelnen. Es gründet sich auf die eigene Selbstwahrnehmung. Hier ist die Quelle allen Fortschritts, der Ursprung von allem, was Kultur und Technik ausmachen. Hier liegt die eigentliche Stabilität verborgen, die in der Lage ist, das Chaos zu verhindern, dass durch den Zerfall der alten Strukturen droht. Schicht um Schicht wird das mechanische Ego durchschaut, um tief unter der Schale etwa zu finden, was sich der Norm widersetzt.

Wenn die Schöpfungskraft über der Mechanik steht, erschafft sie einen unerkannten Wohlstand. Konflikte und gewaltsame Auseinandersetzungen verlieren ihren Zweck. Die Angst hat keinen Einfluss mehr auf die eigenen Handlungen, sondern wird zur Inspirationsquelle. Wenn der Yogi Angst hat, dann macht er eine Kriya und die Angst ist beherrschbar. Der Blick wendet sich ab vom Mangel, hin zur Fülle.

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