Yoga & Mountain
Events - Erfahrungsbericht
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Erfahrungen
zwischen Himmel und Erde in den Hautes Alpes,
Text: Christine Sucha Kaur Noble
Fotos: Stefan Neuhauser
Wir befinden uns am Rande des ECRINS Nationalparks, eines der
am wenigsten besiedelten Gebiete Frankreichs, in dem sich auch
der südlichste 4000-er der Alpen befindet. Zum Entschleunigen
dürfen wir eine Woche lang die imposante Bergwelt, den strahlenden
Sonnenschein und natürlich unser kleines, familiäres Hotel der
historischen Festungsanlage MONT DAUPHIN genießen.
Es gibt nur eine Grundvoraussetzung, um an unserem
vielseitigen Programm, welches zum Teil mit unserem Bergführer
Stefan durchgeführt wird, teilzunehmen: Offenheit für
Menschen und intensive Naturerlebnisse,sowie die Bereitschaft,
sich auf Neues einzulassen.
Somit können wir beim Wandern, Klettern und Abseilen, aber
auch Kanufahren oder Rafting ganz individuelle, tiefe Erfahrungen
machen, die uns wirklich nachhaltig beeindrucken und zu persönlichem
Wachstum verhelfen.
Wenn wir der Natur nicht als Feind, sondern als Freund gegenüberstehen,
können wir empfinden, was auch schon Rainer Maria Rilke feststellte:
"Draussen ist, was ich drinnen lebe."
Kundalini-Yoga zu Tagesbeginn oder ein vitalisierender
Breathwalk bereiten uns auf das vor, was der Tag bringen mag.
Währenddessen haben die Kids Gelegenheit, ihre Fähigkeiten im
Kreativen Gestalten, im Malen, Modellieren oder Skulpturenbilden
mit Naturmaterialien zu entwickeln. Langschläfer dürfen natürlich
auch diesem Zeitvertreib nachgehen.
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Losgehen,
weil da ein Weg ist,
der zum Gehen einlädt.
Losgehen,
ohne sich umzusehen
nach Vertrautem.
Gewohnheiten ablegen,
bedürfnislos werden.
Losgehen
und während des Gehens
die alte, enge Haut abstreifen,
Verkrustungen aufbrechen
und sich verändern lassen.
(U. Latendorf)
Besonders beim Klettern gelingt es uns, leicht
vom Zweifeln zum Staunen zu gelangen. Man kann wunderbar miteinander
die Schokoladenseiten beleuchten (besonders die Kinder nehmen
da kein Blatt vor den Mund) oder aber den Umgang mit Schwächen
trainieren, sich gegenseitig Vertrauen und Ermutigung schenken.
Das Ausloten der eigenen Grenze wird spielerisch praktiziert;
eine Fähigkeit, die so Manchem im Alltag vonnöten sein könnte.
Yoga und Klettern sind in der Ausführung ähnlich
komplex und facettenreich; die morgendliche Yogapraxis unterstützt
uns im Weiterkommen am (perönlichen) Berg. Nicht zufällig bemerkt
man dann, wie hilfreich ein langer tiefer Atem oder ein power-Mantra
sein können, um die eigene Schwere und Trägheit zu überwinden.
"Wir vermögen mehr als wir glauben.Wenn wir dies erleben, werden
wir uns in Zukunft mit nicht weniger zufrieden geben."(K.Hahn)
Ein Beweis dieser These war die Aussage eines Teilnehmers, der
eigentlich nach dem ersten Klettern und anfänglichen Scheitern
keinen weiteren Versuch starten wollte, dann jedoch mit Geduld
und weniger hohen Erwartungen doch noch einen Versuch wagte, um
schließlich das resultierende Erfolgserlebnis als highlight der
Woche "mit ins Gepäck" zu nehmen.
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Als besonders reinigend und belebend wird für
3 Frauen unsere Kanu-Tour auf der DURANCE,
denn unverhoffter Dinge konfrontiert uns die Strömung mit einer
Intensität, die nichts mehr mit
"sich treiben lassen"zu tun hat.
Fazit: Abtauchen um Wiederaufzutauchen ist in dieser Situation beim
Kentern völlig angemessen !
Unser guide ist fürsorglich beim Bootseinstieg behilflich und Schwimmwesten
halten was sie versprechen.
Und was machen die Kinder, während die Erwachsenen ihre Wander-Bergmeditation
am Gipfel durchführen ?
Sie diskutieren interessiert über ihre "Baum-" oder "Hummel-Erfahrung":
"2 Dinge von bleibendem Wert kann man Kindern mitgeben: Wurzeln
& Flügel" (aus Neuseeland) "Wer denkt oder sagt -
Ich kann das nicht -,der setzt sich nur selbst Grenzen.
Denke dazu immer an die Hummel. Die Hummel hat eine Flügelfläche
von 0,7 cm² bei 1,2 g Körpergewicht. Nach den bekannten Gesetzen
der Flugtechnik kann eine Hummel unmöglich fliegen. Gott sei Dank,
weiß die Hummel dies nicht. Sie fliegt einfach !" (Erlebnispädagogik)
Doch wie verhält es sich bei dem von uns gesichteten Kangaroo in
punkto Schwerkraft ?
Mit Leichtigkeit hüpfend kreuzt es urkomisch plötzlich unseren
Anfahrtsweg zum Klettergarten, um so geschwind in die Büsche zu
hopsen, dass nur 2 Frauen es sehen können.
Trotz aller Projektionskraft zweifelt da ein Teil unserer Gruppe an
unserer absolut geschärften Wahrnehmung....Liegt diese Begebenheit
daran, dass wir einen Australier bei uns haben ?
Die restlichen Hotelbewohner erklären uns nach dieser Story für
vollends verrückt. Wahe Guru! Schließlich haben auch europäische
Kangaroos den Drang nach Bewegungsfreiheit und Yoga ist sowieso die
schönste Art verrückt zu werden.
Sat Nam !
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