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Haare, Yoga und der freie
Fluss der Natur
Die Kraft der Haare wird schon
in der Bibel beschrieben - für viele Menschen ist ihre
Körperbehaarung allerdings bestenfalls lästig.
Das freie Fließen der Kräfte ist
eine wichtiges Element in der Yoga-Praxis. Energieblockaden
im Körper kommen durch die Körperübungen ans
Licht und können durch individuelle Yoga- und Meditationstechniken
ausbalanciert werden.
Auf den menschlichen Körper übertragen symbolisiert
der Haarwuchs die vitale Energie des Menschen, die frei und
ungehindert fließen (wachsen) will. Jedes Haar ist ein
Teil des Wahrnehmungssystems und direkt mit dem Nervensystem
verbunden. Die Haare abzuschneiden bedeutet, den Fluss der
Energie zu unterbrechen, und in die natürliche Balance
des Körpers einzugreifen. Jedes abgeschnittene Haar -
egal ob auf den Kopf, im Gesicht oder an den Armen und Beinen
- ist eine Begrenzung des eigenen Potentials.
In der yogischen Tradition gilt das Haar
explizit als Träger für Sonnenenergie, die den Körper
nährt und unterstützt. Auf der Spitze des Kopfes
befindet sich der sogenannte Sonnenpunkt, der durch
das ungeschnittene und nach oben gebundene Haar unterstützt
wird. Der zentrale Mondpunkt wiederum befindet sich
an der Spitze des Kinns. Für Männer ist es von Vorteil,
dass hier Haare wachsen, da sie damit die wechselhafte
Energie des Mondes ausgleichen können. Viele Menschen
glauben, dass ihr Haar endlos weiter wächst, wenn sie
es nicht schneiden. In Wirklichkeit hat jeder Mensch seine
eigene Haarlänge.
Die Haare unter den Achseln sind ein neuralgischer Punkt für
das Gehirn. Yogi Bhajan hat diese Stelle als den "Auspuff
des Nervensystems" bezeichnet. Neben dem ungehinderten
Haarwuchs ist es auch besser, diese Körperstelle nur
mit Wasser und Seife zu waschen, und die Poren nicht mit Deodorant
zu verkleben.
Die Haare an den Beinen und Unterleib unterstützen die
Erdung des Körpers. Diese und alle restlichen Haare sind
für das Wahrnehmungssystem des Körpers von Bedeutung.
Die eigene Selbstwahrnehmung ist davon abhängig. Eine
verfälschte Selbstwahrnehmung, die durch die Rasur von
Bein- oder Scharmbehaarung gefördert wird, ist die Grundlage
für viele psychosomatische Krankheiten.
Haare haben in vielen Kulturen und Traditionen
eine wichtige Bedeutung. Im Altertum und im Orient mussten
Sklaven und Diener ihre Haare abschneiden und waren daran
zu erkennen. Haare und Bart symbolisieren in vielen Sagen
und Bräuchen die ursprüngliche, natürliche
bzw. männliche Kraft.
Das Schneiden der Haare ist nicht wirklich
ein Unglück, sie wachsen ja schnell wieder nach. Aber
es symbolisiert eine bestimmte Einstellung dem eigenen Körper
gegenüber. Dieser
soll an die gegenwärtigen Moden oder Umstände angepasst
werden, anstatt die Umstände an die Bedürfnisse
des Körpers anzupassen.
Der Sikhismus hat die Empfehlung
das Haar vollständig wachsen zu lassen aus alten yogischen
Quellen übernommen. Yogi Bhajan hat bei zahlreichen Gelegenheiten
auf die Notwendigkeit des Haarwuchses hingewiesen. In einem
Vortrag sagte er, dass Männer, die sich den Bart abrasieren
auf ein Viertel ihres mentalen Potentials verzichten. "Wer
sein Haar abschneidet, schneidet seine Stärke ab".
Der gesellschaftliche Trent geht in die entgegengesetzte
Richtung. Männer mit Vollbart gelten als unästhetisch.
Mehr und mehr Menschen halten es für eine gute Idee,
sich das Haar dauerhaft (bzw. für mehrere Jahre) weglasern
zu lassen, um auf die lästige Rasur zu verzichten. Scharmhaare
gelten bei manchen Jugendlichen als unnatürlich bzw.
bei einigen sogar als unhygienisch. Die Entfremdung vom eigenen
Körper und dem natürlichen Fluss des Lebens findet
hier einen Ausdruck.
Die Folgen dieses Verhaltens sind nicht klar zu messen, aber
es lässt sich leicht ausmalen, dass die dauerhafte Entfernung
des Körperhaars das energetische Potential der Betroffenen
zumindest einschränkt.
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