Kundalini Yoga - Anfänger-Informationen

Von Sangeet Singh.

Kundalini Yoga ist verwandt mit anderen Yogaformen wie z.B. Hatha Yoga. Es ist aber in vielen Übungen dynamischer, gerade weil es sich stark auf das Spüren der eigenen Lebensenergie richtet.

Der Atem hat einen zentralen Stellenwert und wird praktisch während aller Übungen bewusst geführt.
Auch Meditation, in sehr vielen Variationen, wird bei jeder Übungsreihe als energetisch notwendiger Ausgleich zu den Übungen und als Fortsetzung auf anderer Ebene benutzt

Das Adi (Anfangs-) Mantra

Zu Beginn ist es bei allen Kundalini Yoga Übungen üblich, sich auf die Führung des inneren Lehrers einzustimmen. Setzte dich dazu in den Schneidersitz mit gradem Rücken, schließe die Augen und singe das Mantra (indische Klangwort) "ONG NAMO GURU DEV NAMO" mit einem Atemzug. Die Bedeutung ist: Ich verneige mich vor der Überwindung der Dunkelheit (GU=Dunkel, RU=Hell), ich verneige mich vor dem Lehrer in mir. Wiederhole das noch zweimal. (Soundprobe von der Website www.yogahoheluft.de-mp3 ) Jetzt können die Übungen beginnen.

Zum Ausstimmen singe das Mantra SAT NAM, mit langem SAT und kurzem NAM in einem Atemzug. Die Bedeutung ist: Wahrheit (SAT) ist mein Name (NAM). Wiederhole das noch zweimal.

Jede Kundalini Yoga Übung hat drei Ebenen:
1. Asana , die Körperhaltung
2. Pranayama, die Atemführung
3. Dhyan, die Meditation

Asana, die Körperhaltung
Es gibt im Kundalini Yoga ungefähr 50 Basishaltungen, von denen Tausende Haltungen und Bewegungen abgeleitet werden. Alle bekannten Haltungen des Yoga wie Pflug, Dreieck, Kobra, Bogen, Brücke usw. sind dabei. Anstatt des Kopfstandes wird im Kundalini Yoga die Kerze gemacht, die weniger problematisch ist für die Nackenwirbelsäule. Winkel spielen bei den meisten Haltungen eine wichtige Rolle. Neben einer korrekten, konzentrierten Ausführung der Übungen und eine allmähliche Steigerung der Flexibilität, geht es im Kundalini Yoga auch um eine natürliche und lebendige Dynamik des Körpers.

Pranayama, die Atemführung
Wie wir atmen hat auf einer sehr fundamentalen Ebene mit unserer Lebenskraft und unserem Lebensgefühl zu tun. Deshalb wird das richtige und intensive Atmen so wichtig genommen im Kundalini Yoga. Viele Menschen spüren eine große Veränderung, wenn sie ihren unvollständigen und flachen Atem korrigieren. Oder wenn sie das sogenannte "paradoxe Atmen" umstellen: ungefähr 40 % aller Menschen zieht (unbewusst) beim Atmen den Bauch ein und macht damit das eigene Zwerchfell unbeweglich, anstatt den Bauch nach vorne zu drücken und dem Zwerchfell Raum zum einatmen zu lassen.
Die zwei wichtigsten Atemformen im Kundalini Yoga sind langer tiefer Atem und Feueratem.

Dhyan, die Meditation
Meditation ist ein integraler Bestandteil des Kundalini Yoga aus der Einsicht heraus, dass wir uns und unseren Körper nie entspannen können, wenn unser Geist mit seinem immerwährenden inneren Radioprogramm aus Sorgen, Plänen Assoziationen normal weitermacht. Man kann seine Gedanken nicht auf Befehl anhalten und in Leerlauf setzen (bitte ausprobieren!). Deshalb entspannen wir den Geist, indem wir ihn auf bestimmte Punkte oder Wörter konzentrieren (die daneben auch noch eine wichtige energetische Bedeutung haben). Solche Punkte sind z.B. der Punkt zwischen den Augenbrauen (Drittes Auge), der Scheitelpunkt, der Nabelpunkt, usw.

Am Besten sollte man zwei Stunden bevor man anfängt, Yogaübungen zu machen, nichts mehr essen.
Trinken ist kein Problem. Im Gegenteil sollte man vor, nach und sogar während des Unterrichts extra Wasser trinken, um die inneren Reinigungsprozesse, die das Yoga in Gang bringt, zu unterstützen.

Frauen, die gerade ihre Menstruation haben, sollen sich beim Yoga ein bisschen schonen: keine Übungen machen, bei denen Druck auf den Bauch entsteht (Feueratem, Kerze, Beine heben usw.)

Wer ein Wirbelsäulenproblem hat oder in irgendwelcher medizinischen Behandlung ist, sollte das mit seiner Yogalehrerin besprechen oder den Arzt fragen ob Yoga OK ist. In diesem Fall ist es wichtig, während der Übungen gut die eigenen Grenzen zu beachten.

Es ist empfehlenswert barfuss zu üben, weil die Füße dann gut atmen können.

Das wichtigste von allem ist auf der Grundlage des Unterrichts anzufangen, selbst zuhause zu üben. Die Reihenfolge der Übungen ist schon wichtig, aber wichtiger ist, dass man überhaupt übt. Die besten Zeiten zum üben sind der frühe Morgen, bevor der Tag so richtig anfängt uns der Abend, wenn er so ungefähr vorbei ist.

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