Der Plastikkörper und Yoga

Von Sangeet Singh.

In den Dokumentarfilm "Plastik Planet" wird anschaulich gezeigt, wie künstliche Materialien sich mehr und mehr in der Natur und auch im menschlichen Körper ausbreiten. Die winzigen Partikel ersetzten natürliche Teilchen, und werden im Gewebe eingebaut.

Die Auswirkung dieses "Materialtausches" sind weitestgehend unerforscht. Aus yogischer Sicht handelt es sich dabei um Fremdstoffe, die die eigene Körperwahrnehmung beinträchtigen. Der Plastikkörper formt den Plastikgeist: Konformität und Mechanik ersetzen das kreatives Chaos.

 

Das Bewusstsein des Menschen formt sich in Wellen. Zunächst bedarf es einer Entscheidung, um eine Veränderung gewährleisten zu können. Dies kann eine neue Eßgewohnheit sein, ein besserer Lebensstil oder auch eine regelmäßige Yogapraxis. Das ist der willentliche Teil eines Veränderungsprozesses, der in drei Bereiche aufgeteilt werden kann.

Der zweite Teil ist dann bereits nicht mehr kontrollierbar. Ausgelöst durch die Veränderung gehen Körper und Geist durch eine Reinigungsphase. Diese kann unterschiedlich lang ausfallen, ist aber fast immer schmerzhaft und oft nur schwer zu ertragen. Körper und Geist bilden eine Einheit. Die Giftstoffe des Körpers manipulieren den Intellekt und die eigene Leistungsfähigkeit. Wenn die Stoffe durch Yogaübungen rausgespült werden, kommt es zu unangenehmen körperlichen Reaktionen. Gleichzeitig kommt es zu einer Dekonditionierung des Nervensystems, die einen oft in einem Zustand der leichten Verwirrung wiederfinden lässt. Was vorher Klar und Eindeutig schien, verliert seine scharfen Konturen. Es findet eine Öffnung statt, die mit einer Vertiefung der Wahrnehmungsfähigkeit einher geht.

Der dritte Teil des Prozesses wird Synchronisationsphase genannt. Hier geht der Blick nach Innen. Einsamkeit aber auch ungeahnte Kräfte bestimmen diese Phase. Die losen Enden, die in der zweiten Phase für soviel Verwirrung gesorgt haben, fügen sich zu einem neuen Ganzen zusammen, mit dem vorher nicht zu rechnen gewesen war.
Ein Teil der Fremdstoffe ist für immer aus dem Körper gewichen, und hat dem Nervensystem Platz für eine Weiterentwicklung gemacht.

"Der Körper ist dein Tempel". Wenn alle Einzelteile zusammengefügt werden, wird die Kapazität des eignes Lebens erkannt. Zu viele Fremdstoffe bewirken eine Verarmung des Bewusstsein, die oftmals nur mit Drogen und Zerstreuung ertragen werden kann.

Quelle: The Aquarian Teacher,Deutsche Ausgabe

The Aquarian Teacher DEUTSCH,Yogi Bhajan