Schwarzes Tantra

Von Sangeet Singh.

Aus der Tradition des Kundalini Yoga kennen wir verschiedene Formen des Tantra. Tantra ist allgemein bekannt, aber meistens nur in Form des rotes Tantra. Rotes Tantra bedeutet: Bewusstseinssteigerung durch sexuellen Kontakt. Tantra bedeutet aber eigentlich viel mehr. Die Ursprungsbedeutung kommt von dem Wort weben oder ineinander verwebt sein. Es ist eine sehr alte Methodik, die schon in den Veden – den Urschriften aus Indien vor ca. 3000 Jahren - beschrieben wird.

 

 

Beim Tantra wird die Polarität von zwei Menschen ausgenutzt, um das Bewusstsein zu erhöhen. Im Kundalini Yoga gibt es das weiße Tantra Yoga. Hier spielt sexueller Kontakt keine Rolle. Im Mittelpunkt stehen Yogaübungen zu zweit, meistens mit einer gemeinsamen Handhaltung oder Augenkontakt. Manchmal sind die Arme ineinander verschränkt, die Finger ineinander verhakt und manchmal macht die eine Person simultan etwas anderes als die andere Person. Das sind stark ritualisierte Vorgänge, die zugleich methodisch ausbalanciert sind. Mit Hilfe dieser Methode wird das Unterbewusstsein gereinigt und die Selbstwahrnehmung gesteigert.

Außerdem gibt es noch schwarze Tantra. Hierbei geht es darum, jemand anderen zu manipulieren, zu beeinflussen und zu kontrollieren. Genutzt wird dieselbe Technik, mit der die Selbstwahrnehmung verfeinert und das Unterbewusstsein gereinigt wird. Ein Voraussetzung dafür ist eine ausgereifte und reflektierte Kommunikation in Verbindung mit Erkenntnissen über Resonanz und Meditation. Schwarzes Tantra bedeutet dabei, dass der andere auf die eine oder andere Weise getäuscht wird. Anders wäre es, wenn beide Beteiligten davon profitieren, wie es im weißen Tantra der Fall ist und wie es in gesunden Beziehungen der Fall sein sollte. Hier profitieren beide Partner voneinander, möglichst im gleichen Maße. Beide sind darauf bedacht, dass der andere einen Nutzen erfährt. Im schwarzen Tantra wird der andere benutzt, um für sich selbst ein Ziel zu erreichen. Man setzt die gelernten Methoden ein, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Schwarzes Tantra bedeutet, dass etwas im Unklaren bleibt. Wenn die Struktur durchschaut wird, dann funktioniert es nicht mehr. Der Mensch muss getäuscht werden, damit er sich ausnutzen lässt.

Im Yoga wird das Bewusstsein der Übenden erhöht. Aber was der Mensch dann mit diesen Erkenntnissen macht ist offen. Beim schwarzen Tantra kommt es darauf an, dass eine Person Energie von der anderen Person bekommt, ohne das diese es merkt oder sich dagegen wehren kann. Beides ist Tantra, beides ist Yoga. Das eine, um gemeinschaftlich das Bewusstsein zu erhöhen, das andere, um das eigene Energieniveau auf Kosten des anderen zu steigern. Beides ist Yoga, beides ist Tantra, beides ist möglich, beides wird eingesetzt. Die einzige Möglichkeit, sich diesen Einflüssen zu entziehen, ist die eigene Aneignung von Bewusstsein und der entsprechenden Erfahrung mit unterschiedlichen Personen. Im Kundalini Yoga werden Übungen gelehrt, um sich den Einflüssen von Manipulation – auch kurzfristig - zu entziehen.

Auszug aus dem Basistext "Wie Yoga Deutschland verändert", der bei Mantradownload.com als PDF-Datei runtergeladen werden kann.

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