Grundsätzliches zum Sadhana aus Vorträgen von Yogi Bhajan

Von Yogi Bhajan.

Aus der Lecture vom 21 April 1991

Hast du nicht auch gemerkt, wie du Tag für Tag alle diese psychotischen Gedankenformen aufnimmst, allen diesen Unrat ? Und hast du nicht Zeit am Morgen ? In den ambrosischen Stunden, wenn die Sonnenstrahlen die Erde noch nicht berühren, sondern 60 Grad an ihr vorbeigehen, entsteht eine ganz einzigartige Schwingung.

Aus der Lecture vom 21 April 1991

Hast du nicht auch gemerkt, wie du Tag für Tag alle diese psychotischen Gedankenformen aufnimmst, allen diesen Unrat ? Und hast du nicht Zeit am Morgen ? In den ambrosischen Stunden, wenn die Sonnenstrahlen die Erde noch nicht berühren, sondern 60 Grad an ihr vorbeigehen, entsteht eine ganz einzigartige Schwingung.

An jedem Ort der Erde wird alles Leben vom Sonnenlicht bestimmt. Es gibt zwei bestimmte Zeiten am Tag, die Zeiten der Dämmerung, vor dem Sonnenaufgang und nach dem Sonnenuntergang, da fällt es sehr leicht: Amrit vela werden sie am morgen genannt und sundhiaa vela am Abend, wenn es dämmert, die Sonne auch schon untergegangen ist, aber es noch nicht ganz dunkel ist. Das sind die beiden Zeiten, die in jeder Religion für das Gebet empfohlen werden.

Und was ist ein Gebet? Reinigung des Geistes, du bist du selbst. Es gibt diese zwei Zeiten des Tages und Guru Nanak sagt es sehr deutlich: ,,Amrit vela sach na-o vadiaa-ee veechar. Karamee aavay kaparaa nadaree moakh duaar. Nanak ayvay jaaneeay... ,,Nanak bestätigt diesen Weg...sabh aapay sachiaar.
Gott ist es, der alles tut. Wir sind es nicht, die Dinge tun. Aber wir mochten, daß Gott Dinge für uns tut. Aber wenn wir jemand in unser Haus einladen, und alles ist in Unordnung, wird er einmal kommen, er wird ein zweites Mal kommen, aber ein drittes Mal kommt er nicht.
Unsere menschliche Verantwortung ist es, für unseren klaren Geist zu sorgen. Das ist Sadhana.
Sadhana - ganz früh am Morgen aufzustehen, uns vorbereiten, uns selbst dafür entscheiden es selbst durchfahren, und wieder als wir selbst daraus hervorgehen - Sadhana ist nicht nur für uns selbst. Es ist auch für unser zukütiftiges selbst.

Es Ist die schwierigsten Sache auf diesem Planeten, früh morgens um 3:30 aufzustehen, und zwar andauernd. Und das Schlimmste daran ist, dann auch noch bis 6:00 wach zu bleiben. Wenn du diese zweieinhalb bis drei Stunden durchstehen kannst, kann dir auch der Tod nichts mehr anhaben. Du kannst durch Schwierigkeiten hindurchgehen. Unglück und Ungeschick kannst du überwinden. Was immer du meistern willst, wirst du meistern. Das ist die Zeit der Meister. Jagit bedeutet Welt, iugatee bedeutet Technik. Das ist die Zelt, die Welt zu meistern. Öffnest du dir diesen Raum am Morgen, Öffnest du dir die Zukunft und du wirst keine Probleme haben. Und dann werden Guru Nanaks Worte wahr. Du wirst geschützt sein.

Aus der Lecture vom 14.5.l989 in Hamburg

In den ambrosischen Stunden, entsprechend des Längen- und Breitengrades um 3 Uhr, wenn die Sonne in einem 60 Grad Winkel zur Erde steht, wenn die lebensspendende Energie der Sonne die Erde durchdringt und von ihr reflektiert wird in die Atmosphäre und die direkte Botschaft des Schöpfers zur Schöpfung bringt, steht ein Sikh auf.

Das ist nun wirklich noch Schlafenszeit. Man möchte schlafen, schnarchen und träumen. Zu dieser Zeit ist die Erde so rein und so nah und vollkommen, ihr Magnetfeld ist vollkommen ausgeglichen, denn die ,Rückseite' der Sonnenstrahlen sind direkt mit dem Schöpfergott verbunden. Der Mensch wird zu Gott. Gott wird zum Menschen. Zu dieser Zeit wach zu sein, und uns ganz Gott zuzuwenden, ermöglicht die Erfahrung der Einheit mit Gott.
Versteh, die Erde lebt allein durch die Sonnenenergie. Dadurch wird sie versorgt und bekommt ihre Kraft. Ihre Ausdehnung und Fruchtbarkeit erhält sie durch die Reflektion durch den Mond. Durch diese beiden Kräfte des Himmels entsteht der Zyklus des Lebens auf der Erde. Wir haben 5 Tattvas: Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Wir haben 3 Gemütszustände und 3 Eigenschaften des Geistes. Die 5 Tattvas sind die Grundbausteine unseres Körpers und in dieser Hinsicht sind wir wie ein sprechendes Licht. Wir emfangen im 60 Grad Wi1nkel und reflektieren 120 Grad zurück und erschaffen so die Unendlichkeit in der Seele des Selbst.
Am Morgen zum Sadhana aufzustehen ist ein ganz und gar eigennütziger Akt, für persönliche Stärke, für persönliche Intuition, für persönliche Reaktionsschnelligkeit, für Selbstdisziplin, und nicht zuletzt für das eigene vollkommene Wohlergehen.
Denn während des ganzen Tages sollst du als Sikh des Guru handeln wie ein Heiliger. Es gibt keinen Platz fürdich leer, oberflächlich oder hohl zu sein. Es wird von dir verlangt, inspiriert zu handeln. Also mußt du ja selbst zuerst einmal erfüllt sein. Du kannst nicht antworten:"lch weiß nicht. Vielleicht. Was kann ich daran ändern. Da möchte ich nichts mit zu tun haben." Sowas gibt es für dich nicht.

Die Natur des Tieres ist vom Trieben bestimmt, die eigentliche Natur des Menschen ist göttlich. Ruhige Besonnenheit sollte ihn bestimmen. So sollte er Zorn, Gier und Suchtverhalten und all den Essenzen der 5 Tattvas in einer sehr bestimmten Weise begegnen: Wenn du wirklich einmal ärgerlich sein willst, sei ärgerlich auf dich selbst, daß du es nicht besser machen konntest. Willst du wirklich von etwas abhängig sein, dann sei abhängig davon, dich stets würdevoll und anmutig zu verhalten. Solltest du gierig sein wollen, sei gierig danach anderen zu dienen und sie zu inspirieren. So sollten alle 5 Leidenschaften, die aus den Tattvas kommen, transformiert werden, und das Selbst erheben. Das ist außerordentlich wichtig, daß dies passieren kann, denn du mußt wissen, Gott und Guru sind mit dir: Wenn du sie nicht fühlen kannst, wirst du dich selbst abwesend fühlen.

Aus der Lecture vom 18.2.1985.

,,Jemand sagte:'Ich möchte gern Dein Student sein.' Ich sagte: ,Ja, und was möchtest du machen ?, ,Ich möchte erleuchtet werden.' Ich sagte: 'Kein Problem, du kannst erleuchtet werden.' ,Wie?' Ich sagte: 'Nun, wenn der Tag kommt, wenn das Licht kommt, dann sei auch erleuchtet. In der Nacht, wenn die Sonne gegangen ist, schlafe, ruhe dich aus, daß du am nächsten Morgen wieder frisch bist.
Und das ist's dann gewesen. Wenn das Licht da ist, sei Licht, wenn es dunkel ist, beruhige dich, entspanne, Ist das nicht einfach ?
Kannst du es tun ? Nein, in der Nacht mußt du wild herumirren, du willst Irgendwas, gerade dann, wenn es Zeit ist, ruhig zu werden.
Die Sonne kommt um 3 Uhr morgens, dann ist es Zeit aufzustehen.
Die Sonne geht um 3 Uhr nachmittags, dann ist es Zeit zu entspannen."

Aus der Lecture vom 22.1.1991

Wenn dir dein Sadhana wichtiger ist, als deine Neurosen, bist du fein raus. Was ist denn Sadhana? Im Sadhana zeigst du, wieviel du dir selbst wert bist. Glaube mir, niemand, wie heilig er auch sein mag, will früh im Morgengrauen in den ambrosischen Stunden aufstehen. Es ist und bleibt ein Rätsel, warum du es tust. Niemand möchte zwischen 3 und 6 Uhr aufstehn. Niemand! Denn jeder möchte doch ein wenig Entspannung im Leben. Wir mochten unsere Ruhe haben, und das ist die ruhigste Zeit.
Wenn die Sonnenstrahlen genau in einem 60 Grad Winkel auf die Erde treffen, möchte jeder sich ausruhen und schlafen. Und dann aufstehen und eine kalte Dusche nehmen, mein Gott, was für eine Hölle das ist. Und wofür? Niemand wird es bewundern, denn niemand wird es sehen, niemand wird davon wissen und niemand wird davon etwas haben. Warum in aller Welt, soll jemand um 3 Uhr morgens aus seinem warmen, schönen Bett aufstehen, in dem er mit seiner Partnerin schläft und sich unter die kalte Dusche schleppen? Und dann soll er sich hinsetzen und meditleren. Schlafen ist doch nichts Schlimmes, Schlafen ist sehr meditativ. Warum soll ich denn aufstehen, um zu meditieren, soll mir all das aufbürden? Das sind ganz rationale Gedanken.

Ich habe friedlich geschlafen. Ich habe niemand gestört, warum sitze ich Jetzt hier herum, und wiederhole dauernd dieses ... Mantra. Mein Gott, immer wieder, ich werde verrückt. Ist es nicht genug, einmal etwas zu sagen, Vielleicht zweimal aber 108 Mal. Da stimmt doch was nicht. Genau wie mit diesen Liegestützen ein, zwei ist OK, aber gleich 200 Stück ?
Ausdauer, Sadhana schenkt dir vollkommene gedankliche Ausdauer. Körperliches Durchhaltevermögen ist gut. Aber darüber hinaus brauchen wir auch ein geistiges Durchhaltevermögen. Ohne dem haben wir keine Chance, daß unser Leben glatt verläuft, daß wir glücklich und zufrieden und erfolgreich sind. Das sind Notwendigkeiten, das sind die Grundbedingungen. Wenn jemand Übungen ablehnt, kann ihn keiner dazu antreiben. Aber wenn er in seinem Leben einmal Ausdauer braucht, wird er sie nicht haben.
Sadhana gibt dir, was du für deine geistige Ausdauer braucht. Und Liebe ist das, was deine spirituelle Ausdauer inspiriert. Wenn du liebst, wirst du niemals aufgeben.

Eine wichtige Vorlesung von Yogi Bhajan über Sadhana auf YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=GK4307fPaPY

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Basistext: Selbstwahrnehmung

selbstwahrnehmungDas Selbstwahrnehmungs-System nach Yogi Bhajan

Einführung: am Vorabend einer neuen Wahrnehmungsfähigkeit
1. Vorannahmen und Intention
2. Die unbegrenzte Wahrnehmungsfähigkeit
3. Der Druck steigt und bringt das Zwielicht zum leuchten
4. Wie entsteht das Selbstwahrnehmungs-System
5. Die Wirkung des Selbstwahrnehmungs-Systems

Meditation 1: Verbinde dich mit dem Wahrnehmungssystem
Meditation 2: Durchbreche die Trance des Fische-Zeitalters
Yoga-Übungsreihe:
Selbstkontrolle durch entfaltete Feinfühligkeit

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